Ein iRacing Overlay einrichten dauert rund fünf Minuten: iRacing in den randlosen Fenstermodus stellen, ein Overlay-Tool starten, die gewünschten Panels anhaken und mit der Maus an die richtige Stelle ziehen. Im exklusiven Vollbild bleibt jedes Overlay unsichtbar – das ist der häufigste Stolperstein. Kostenlos und auf Deutsch geht das mit PitWall: Relative, Standings, Fuel, Inputs und Radar, dazu automatisch mitgeschriebene Bestzeiten.
Welche Overlays es für iRacing gibt (Stand 2026 Season 3)
Seit dem Widget-UI aus der 2026er Season 1 bringt iRacing selbst eine ganze Reihe Anzeigen mit: Relative- und Standings-Blackbox, virtuellen Rückspiegel, Gas-/Bremsanzeige, Wetter-Radar und Chat. Mit dem Season-3-Build 2026.06.09.01 vom 9. Juni 2026 kamen laut den offiziellen Release Notes drei weitere Widgets dazu: Track Map, Fuel Calculator und Incident Tracker. Die Track Map gibt es dabei in vier Darstellungen (Draufsicht, Radial, linear und Mini Map) und lässt sich per Drag frei skalieren. Dieser Build ist in der offiziellen Season-Übersicht von iRacing als aktueller Stand gelistet – Season-Builds erscheinen quartalsweise, prüfe die Widget-Liste nach jedem Update kurz nach. Der große Vorteil dieser Bordmittel: Sie werden im Spiel selbst gezeichnet und funktionieren deshalb auch im Vollbild und in VR.
Externe Overlays setzen dort an, wo die Sim aufhört – Näherungs-Radar, feinere Deltas (Zeitabstände zur Referenzrunde), Sprit-Hochrechnung, Eingabe-Traces oder Community-Bestzeiten. Bekannt sind RaceLab, iOverlay, SimHub, die Open-Source-Projekte irDashies und iSimpleRadar sowie unser PitWall. Preislich sortiert sich das klar: RaceLab und iOverlay arbeiten mit kostenpflichtigen Pro-Stufen, die Community-Projekte und PitWall sind gratis – irDashies steht laut Projekt-Repository unter der MIT-Lizenz. Alle greifen auf dieselbe Quelle zu, nämlich die lokale Telemetrie-Schnittstelle von iRacing auf deinem PC.
| Tool | Kosten | Näherungs-Radar | Wofür es sich lohnt |
|---|---|---|---|
| iRacing Sim-UI-Widgets | im Abo enthalten | nein (nur Wetterradar) | läuft auch im exklusiven Vollbild und in VR |
| PitWall | kostenlos | eingebaut, ab Werk aus | deutscher Sprach-Spotter, automatische Bestzeiten |
| irDashies | kostenlos (MIT-Lizenz) | Blind Spot Monitor | über 20 Widgets, stark für Streaming-Layouts |
| iSimpleRadar | kostenlos | ja, als einziges Panel | wenn du nur das Radar willst |
| RaceLab / iOverlay | Basis gratis, Pro kostenpflichtig | in der Pro-Stufe | große Auswahl fertiger Layouts |
| SimHub | kostenlos, Spenden-Modell | über Dashboards | wenn ohnehin Hardware/Bass-Shaker angebunden ist |
Was du brauchst
- Einen Windows-PC mit iRacing – die Lizenzstufe spielt keine Rolle, für Rookies läuft das Setup identisch wie für eine A-Lizenz.
- PitWall, unser kostenloses Community-Tool (aktuell Version 0.5.9). Lade es ausschließlich von iracecommunity.de – so bekommst du garantiert die echte, unveränderte Datei.
- Kein SimHub, kein zweites Overlay-Programm. PitWall liest die Telemetrie selbst aus; Overlays, Spotter-Ansagen und Bestzeiten sind eingebaut.
- Zwei Minuten Ruhe vor dem Rennen: Positionieren willst du die Panels nicht mitten im Startgetümmel.
iRacing Overlay einrichten: PitWall in 5 Minuten
- Herunterladen und installieren. Setup von iracecommunity.de starten. Windows meldet beim ersten Mal „Der Computer wurde durch Windows geschützt“ – das ist bei nicht gekaufter Signatur normal und passiert dir bei CrewChief oder SimHub genauso. Klicke auf „Weitere Informationen“ → „Trotzdem ausführen“. Beim ersten Start fragt PitWall einmalig, ob deine Zeiten in der Community sichtbar sein dürfen; die Antwort kannst du später jederzeit ändern.
- iRacing auf randlosen Fenstermodus stellen. In den Grafik-Einstellungen der Sim die Anzeige von „Vollbild“ auf „Fenster (randlos)“ bzw. „Borderless“ umstellen. Das ist der wichtigste Schritt: Im exklusiven Vollbild darf kein fremdes Programm ein Bild über das Spiel legen – du sähest sonst gar nichts.
- Overlays anhaken. In PitWall unter „Einstellungen“ die Karte Overlays (In-Game) öffnen und „Overlays anzeigen, sobald iRacing läuft“ aktivieren. Darunter wählst du die einzelnen Panels: Relative (Zeitabstand zu den Autos direkt vor und hinter dir, unabhängig von der Rundenposition), Standings (die Wertung deines Splits, also deiner Leistungsgruppe im Rennen), Fuel (Verbrauch und Restrunden), Inputs (Gas, Bremse und Lenkung in Echtzeit) und optional Radar. Die Häkchen wirken sofort, auch wenn iRacing schon läuft.
- Panels positionieren. Klick auf „Overlays anordnen“: Die Panels zeigen jetzt Demo-Daten und lassen sich mit der Maus an die richtige Stelle ziehen. Der Transparenz-Regler (15 bis 100 Prozent, voreingestellt 88) bestimmt, wie stark der Hintergrund durchscheint. PitWall merkt sich die Positionen pro Overlay – diese Runde machst du genau einmal.
- Speichern und losfahren. iRacing-Session starten. PitWall erkennt sie automatisch, blendet deine Overlays ein und misst ab der ersten vollständigen Runde mit. Beendest du iRacing, verschwinden die Panels innerhalb von ein bis zwei Sekunden von selbst.
Zwei Varianten für Sonderfälle: Fährst du auf drei Monitoren, gehören Relative und Fuel auf den mittleren Schirm in die untere Bildhälfte – auf den Seitenschirmen liest sie niemand, weil der Blick dort im Rennen nur streift. Und wer einen kleinen Zweitmonitor neben dem Rig stehen hat, zieht die Panels dorthin: Auf einem zweiten Bildschirm ist die Vollbild-Frage komplett egal, weil das Overlay dann gar nicht über dem Spielbild liegt. In VR funktioniert das nicht – ein Desktop-Fenster taucht im Headset nicht auf, dort bleiben nur die Sim-eigenen Widgets, weil iRacing sie selbst in die Szene rendert.
Radar-Overlay für iRacing: was wirklich geht
Eine der häufigsten Suchen rund um das Thema ist das Radar – und da gibt es eine Enttäuschung vorweg: Das „Radar“-Widget in iRacing ist das Wetter-Radar. Ein visuelles Näherungs-Radar, das dir Autos neben dem eigenen anzeigt, hat die Sim bis heute nicht. An Bord sind stattdessen der Audio-Spotter mit seinen „car left“/„car right“-Ansagen und die Relative-Blackbox auf F3.
Deshalb kommt das Radar bei fast allen Fahrern von außen. Bei RaceLab und iOverlay steckt es in der kostenpflichtigen Stufe, kostenlos bekommst du es über irDashies (dort heißt das Panel Blind Spot Monitor und markiert Autos in den toten Winkeln links und rechts), über iSimpleRadar als reines Radar-HUD oder über ein SimHub-Dashboard. In PitWall ist das Radar als fünftes Overlay eingebaut, steht aber seit Version 0.5.9 bewusst auf „aus“: Die Querposition muss aus der Telemetrie genähert werden, und unsere Näherung war uns im Zweikampf noch nicht präzise genug. Die Checkbox bleibt – wer testen will, hakt sie an, dazu die Option „Radar nur einblenden, wenn Autos in der Nähe sind“. Eine überarbeitete Version steht für 0.6 auf dem Plan, und bis dahin sagen wir lieber, dass es noch nicht gut genug ist, als dass du dich im Rennen darauf verlässt.
Ein Radar ersetzt ohnehin nicht den Schulterblick auf die Relative-Liste: Es zeigt dir, dass jemand neben dir ist, nicht, wie viel schneller er gerade ist. Wer in Multiclass-Rennen unterwegs ist, fährt mit Relative plus Audio-Spotter meist sauberer als mit einem Radar, auf das er dauernd schaut.
Was in der Zwischenzeit hilft: der deutschsprachige Sprach-Spotter von PitWall. Er ruft Autos neben dir, Flaggen, knappen Sprit, Boxeneinfahrt und Incidents an – auf Deutsch, ohne zusätzliches Programm.
Auto-Bestzeiten: was PitWall im Hintergrund mitschreibt
Während du fährst, protokolliert PitWall jede gezeitete Runde über deine Streckenposition. Das funktioniert in jeder Session-Art, auch in reinen Testfahrten, in denen iRacing selbst oft keine offizielle Rundenzeit ausgibt.
Im Tab „Meine Bestzeiten“ siehst du pro Kombination aus Strecke und Auto deine persönliche Bestzeit (PB, kurz für Personal Best) und direkt daneben das Delta – den Zeitunterschied – zur aktuellen Community-Bestzeit. Hältst du selbst die schnellste Zeit, steht eine Krone daneben. Über „Meine Bestzeiten mit der Community aktualisieren“ schickst du deine Zeiten an iracecommunity.de, aber nur, wenn du der öffentlichen Anzeige zugestimmt hast. Ohne dein Ja bleibt alles lokal auf deinem PC.
Der Live-Tab zeigt parallel die letzte und die beste Runde, das Delta farbcodiert, Position, Sprit und Incidents – praktisch für den Blick auf den zweiten Monitor zwischen zwei Stints.
Typische Fehler – und was uns selbst passiert ist
- iRacing läuft im Vollbild. Der Klassiker hinter „meine Overlays sind unsichtbar“. Uns ist es beim ersten Aufbau selbst passiert: alles angehakt, sauber positioniert – und im Rennen leer. Der Wechsel auf „Fenster (randlos)“ hat es gelöst.
- Panel außerhalb des Bildschirms geparkt. Fehlt nach dem Anordnen ein Overlay, liegt es meist knapp neben dem sichtbaren Bereich. Über „Overlays anordnen“ einfach wieder hereinziehen.
- Overlay flackert oder wird beim Einblenden kurz schwarz. Das ist kein Tool-Bug, sondern der Wechsel der Darstellung: Solange nichts über dem Spielbild liegt, schickt Windows die Frames direkt an den Bildschirm; kommt ein Fenster dazu, muss der Desktop-Compositor die Szene wieder zusammensetzen (siehe Microsofts DXGI-Dokumentation). Bleibt das Flackern, hilft es, das Overlay dauerhaft eingeblendet zu lassen statt es ein- und auszublenden.
- Tricks, um Overlays ins Vollbild zu zwingen. Finger weg von Tools, die sich über das exklusive Vollbild hängen: Solche Eingriffe können Anti-Cheat-Systeme auf den Plan rufen. Der Fenstermodus kostet dich in der Praxis keine spürbaren Bilder pro Sekunde.
- SmartScreen-Warnung für einen Virus gehalten. Die Meldung sagt „unbekannter Herausgeber“, nicht „gefährlich“. Wenn du ganz sichergehen willst, lade die Setup-Datei bei virustotal.com hoch – dort prüfen über 70 Scanner gleichzeitig.
- Bestzeiten-Tab bleibt leer. Gewertet werden nur vollständige Runden. Nach der ersten sauber gefahrenen Runde füllt sich die Liste, in Testfahrten wie im offiziellen Rennen.
- Nach dem Season-Build ist plötzlich alles verstellt. Quartalsweise Updates setzen Grafikoptionen gelegentlich zurück – steht iRacing danach wieder im Vollbild, sind auch die Overlays weg. Nach jedem Build einmal die Anzeigeeinstellung prüfen, das spart die Fehlersuche.
Warum iRacing dafür im Fenstermodus laufen muss
PitWall liest über die offizielle lokale Telemetrie-Schnittstelle von iRacing aus, was auf der Strecke passiert – dieselbe Schnittstelle, die auch SimHub, RaceLab oder iOverlay nutzen. Die Panels selbst sind randlose Fenster, die immer im Vordergrund liegen und Mausklicks durchlassen, damit sie beim Fahren nicht stören. Windows legt solche Fenster nur dann über das Spielbild, wenn das Spiel nicht exklusiv im Vollbild rendert – im Vollbild geht die Grafikkarte direkt auf den Schirm, und darüber liegt nichts mehr. Wer ein iRacing Overlay einrichten will, kommt an dieser Einstellung deshalb nicht vorbei, egal mit welchem Tool. Nur die eingebauten Sim-UI-Widgets sind davon ausgenommen, weil iRacing sie selbst zeichnet.
Die Angst vor Leistungsverlust ist dabei ein Relikt: Microsoft beschreibt in der DXGI-Dokumentation für Entwickler, dass der moderne Fenstermodus („flip model“) dem klassischen exklusiven Vollbild gleichwertig oder überlegen ist und Anwendungen den exklusiven Modus gar nicht mehr zwingend brauchen – Alt-Tab geht schneller, und die Frames landen im günstigsten Fall genauso direkt auf dem Bildschirm wie im Vollbild. Liegt kein anderes Fenster über dem Spiel, kann der Desktop-Compositor sogar schlafen gehen. Genau deshalb kostet dich der randlose Fenstermodus in der Praxis keine messbare Rundenzeit, öffnet dir aber jedes Overlay-Tool.
Du hast deine Overlays am Laufen und willst deine Zeiten mit anderen deutschsprachigen Fahrern vergleichen? Komm in unseren iRaceCommunity-Discord – dort helfen wir beim Feintuning der Panels, teilen Setups und fahren regelmäßig zusammen Race-Nights.
Quellen
- iRacing Support: 2026 Season 3 Initial Release Notes [2026.06.09.01] – neue Sim-UI-Widgets Track Map, Fuel Calculator und Incident Tracker.
- iRacing: Seasons & Builds – Build-Termine der Saisons, Season 3 vom 9. Juni 2026 als aktueller Stand.
- Microsoft Learn: For best performance, use DXGI flip model – warum der randlose Fenstermodus dem exklusiven Vollbild gleichwertig ist und wie der Desktop-Compositor mit darüberliegenden Fenstern umgeht.
- irDashies (GitHub) – Widget-Liste inklusive Blind Spot Monitor, MIT-Lizenz.
- iSimpleRadar (GitHub) – kostenloses Radar-HUD für iRacing.
Häufige Fragen
Welche Overlays gibt es für iRacing?
iRacing bringt eigene Sim-UI-Widgets mit (Relative, Standings, Track Map, Fuel Calculator, Incident Tracker, virtueller Rückspiegel). Extern verbreitet sind RaceLab, iOverlay, SimHub, irDashies, iSimpleRadar und PitWall.
Hat iRacing ein eingebautes Radar-Overlay?
Nein. Das „Radar“-Widget in iRacing ist das Wetterradar. Ein visuelles Näherungs-Radar für Autos neben dir gibt es nur über externe Tools; in der Sim helfen der Audio-Spotter und die Relative-Blackbox auf F3.
Warum sieht man die Overlays in iRacing nicht?
Meist läuft iRacing im exklusiven Vollbild. Stelle die Grafik auf „Fenster (randlos)“ – nur dann legt Windows fremde Fenster über das Spielbild. Das gilt für jedes Overlay-Tool.
Kostet ein Overlay für iRacing etwas?
Nicht zwingend. RaceLab und iOverlay verlangen für den vollen Funktionsumfang eine Pro-Stufe, während SimHub, irDashies, iSimpleRadar und unser PitWall kostenlos sind.
Kostet der Fenstermodus Leistung?
Praktisch nein. Microsoft beschreibt den modernen randlosen Fenstermodus als dem exklusiven Vollbild gleichwertig oder überlegen – im Rennen merkst du den Unterschied nicht.
