Kurz gesagt: iRacing hat keinen simplen FFB-Lautstärkeregler. Du trägst unter Optionen → Fahren die Spitzenkraft deiner Wheelbase in Newtonmetern (Nm) als Wheel Force ein, setzt Use Linear Mode nur bei Direct-Drive-Bases, und stellst die eigentliche Kraft pro Auto mit dem Auto-Button ein. Min Force bleibt bei Direct Drive auf 0, bei Zahnrad- und Riemenrädern hebst du sie auf 5–15 %. Ergebnis: ein sauberes, clippingfreies Kraftbild.
Was du brauchst
- Ein Lenkrad mit Force Feedback (FFB) – also ein motorisiertes Kraftrückmeldungs-System, egal ob Zahnrad, Riemen oder Direct Drive.
- Die maximale Nm-Leistung deiner Wheelbase. Beispiele: Logitech G923 rund 2,5 Nm, Fanatec CSL DD 8 Nm, Podium DD2 bis 25 Nm. Steht im Datenblatt deines Herstellers.
- Zwei, drei ruhige Runden auf einer bekannten Strecke – zum Kalibrieren brauchst du saubere Fahrt ohne Kerbs und Einschläge.
Force Feedback in iRacing einstellen – Schritt für Schritt
Die Pfade beziehen sich auf den Stand iRacing 2026. Menütexte ändern sich selten, die Logik dahinter gar nicht.
- Wheel Range prüfen. Öffne im Sim die schwarze Menüleiste, gehe auf Optionen → Fahren (Controls). Setze Wheel Range auf 900 Grad und stelle im Treiber deiner Wheelbase denselben Wert ein – iRacing rechnet den fahrzeugspezifischen Lenkwinkel selbst um.
- Wheel Force setzen. Trage bei Wheel Force die Spitzenkraft deiner Base in Nm ein (z. B. 8 bei einer CSL DD). Das ist die Sicherheitsobergrenze für Crash-Spitzen und die Referenz, aus der iRacing die passende Kraft berechnet.
- Linear Mode entscheiden. Use Linear Mode nur bei Direct-Drive-Bases anhaken (rohes 1:1-Signal). Bei Riemen- und Zahnradrädern ausgeschaltet lassen – das hebt die schwachen Kräfte am Limit besser hervor.
- Kraftanzeige aktivieren. Schalte unter Optionen → Interface → On-Screen Displays das Steering-Force-Meter ein oder drücke im Auto einfach F. Der Balken zeigt die aktuelle Lenkkraft gegen deine Kalibrierung.
- Auto-Button pro Auto benutzen. Leg dir die Auto-Funktion auf eine Taste. Fahr ein bis zwei saubere Runden, dann drück Auto: iRacing misst die Spitzenkraft genau dieses Autos und setzt Max Force (die Kraft-Stärke) so, dass nichts clippt. Für jedes neue Auto wiederholen.
- Min Force und Damping feinjustieren. Werte je Wheelbase-Typ aus der Tabelle unten. Danach ein paar Runden fahren und den F-Balken beobachten.
Die Werte im Detail
Wheel Force ist die Nm-Obergrenze deiner Base, kein Gefühlsregler. Max Force ist die pro Auto ermittelte Kraft-Stärke – die stellst du nicht von Hand, sondern über Auto. Min Force überbrückt bei schwachen Rädern die mechanische Totzone in der Lenkradmitte. Damping glättet das Signal – zu viel macht die Rückmeldung teigig.
| Wheelbase-Typ | Linear Mode | Min Force | Damping |
|---|---|---|---|
| Direct Drive (ab 8 Nm) | an | 0 % | 0–5 % |
| Riemen (z. B. T300, T-GT) | aus | 5–10 % | 5–10 % |
| Zahnrad (z. B. G29, G923) | aus | 10–15 % | 10 %+ |
Typische Fehler – und was uns selbst Rundenzeit gekostet hat
- Max Force zu hoch lassen. Beim Einstieg haben wir die Kraft nach Bauchgefühl aufgedreht, bis es „kräftig“ war. Genau das ist Clipping: iRacing verlangt mehr Kraft, als die Base liefern kann, feine Details am Grip-Limit verschwinden. Der F-Balken wird orange bis rot – dann Max Force runter oder erneut Auto drücken.
- Auto nur einmal drücken. Ein GT3 braucht eine andere Kalibrierung als ein Formelauto. Wer die Werte vom letzten Auto stehen lässt, fährt entweder mit totem oder clippendem Lenkrad.
- Min Force bei Direct Drive. Jeder Wert über 0 erzeugt auf der Geraden ein nerviges Grundrütteln. Min Force ist ausschließlich für schwache Zahnrad- und Riemenräder gedacht.
- Auto über einer Bordsteinkante ausführen. Der Kraftausschlag der Kerbs verfälscht die Messung. Immer auf einem ruhigen Streckenteil kalibrieren.
Kurz erklärt: Warum iRacing das anders macht
iRacing gibt die reine, physikbasierte Lenksäulen-Kraft aus, statt einen zusammengemischten Effekt. Deshalb kein Volume-Regler, sondern eine Kraft, die zum realen Drehmoment des Autos passt. Seit dem nativen 360-Hz-Signal (360 Kraft-Updates pro Sekunde) ist die Rückmeldung so fein, dass das früher übliche Zusatztool irFFB mit selbst erzeugter LUT für Direct-Drive-Bases nicht mehr nötig ist. Fährst du ein Zahnrad- oder Riemenrad, kann eine per WheelCheck erzeugte LUT (eine Korrekturkurve für die Totzone) die Lenkradmitte weiterhin verbessern – Pflicht ist sie nicht.
Wir haben unser kostenloses Telemetrie-Tool PitWall unter anderem gebaut, um solche Dinge sichtbar zu machen – wo dein Grip wirklich abreißt und ob dein FFB im richtigen Bereich arbeitet. Wenn du deine Werte gegenprüfen oder einfach mit anderen deutschsprachigen Simracern quatschen willst: Komm in unseren Discord, wir helfen beim Einstellen.
Häufige Fragen
Welchen Min-Force-Wert brauche ich?
Bei Direct-Drive-Wheelbases 0 %. Bei Zahnrad- oder Riemenrädern wie dem Logitech G923 hilft ein Wert von 5–15 %, um die Totzone in der Lenkradmitte zu überbrücken.
Was bedeutet Clipping?
Clipping heißt, iRacing verlangt mehr Kraft, als deine Wheelbase liefern kann. Feine Details gehen verloren, das Lenkrad fühlt sich teigig an. Wird der F-Balken orange oder rot, senkst du Max Force.
Brauche ich irFFB oder eine custom LUT 2026 noch?
Für Direct-Drive-Bases nein – iRacings natives 360-Hz-Signal reicht. Für Riemen- und Zahnradräder kann irFFB mit einer WheelCheck-LUT die Lenkradmitte noch verbessern, Pflicht ist es aber nicht.
Wofür ist der Auto-Button?
Er misst nach ein bis zwei sauberen Runden die Spitzenkraft des aktuellen Autos und setzt Max Force so, dass kein Clipping entsteht. Pro Auto einmal drücken.
Was trage ich bei Wheel Force ein?
Die maximale Nm-Leistung deiner Wheelbase – zum Beispiel 8 Nm bei einer Fanatec CSL DD oder rund 2,5 Nm bei einem Logitech G923.
