iRacing Testsession starten: Auto & Strecke solo üben

Pedalset eines Sim-Racing-Rigs auf Aluminiumplatte im dunklen Raum, beleuchtet vom cyanfarbenen Monitorlicht – Trainingsaufbau für iRacing-Testsessions

Eine iRacing Testsession startest du über den Button „Test Drive“ oben im UI oder über Go Racing → Test Drive. Du wählst Auto, Strecke und Bedingungen und stehst Sekunden später allein auf freier Bahn: kein Gegenverkehr, kein Zeitdruck, keine Wertung. Testsessions zählen weder fürs iRating noch fürs Safety Rating. Genau deshalb lernst du hier Bremspunkte, Kurvenverlauf und Fahrverhalten, bevor du in dein erstes Rennen gehst.

Warum wir jede neue Kombi erst solo fahren

Bei uns hat fast jeder denselben Anfängerfehler gemacht: direkt in eine Serie gesprungen, die Strecke nicht gekannt und dann im Verkehr Kurve für Kurve gelernt. Das kostet Nerven – und das Safety Rating, also den Wert, der misst, wie sauber du fährst (gerechnet in Incidents pro Runde). In der Testsession fällt dieser Druck weg: Laut iRacing-Support wird in Test- und Practice-Sessions weder das Safety Rating noch dein iRating (dein Stärkewert, der dich in die passende Gegner-Gruppe sortiert) berührt – volle Wirkung hat nur das Rennen. Du darfst dich verbremsen, drehen, neu ansetzen.

Was du für eine iRacing Testsession brauchst

  • Ein aktives iRacing-Abo. Mehr nicht – die Testsession ist kein Zusatzkauf und in jedem Mitgliedschaftsmodell enthalten.
  • Auto und Strecke im Besitz. Im Test Drive fährst du nur Content, der dir gehört. Das Basispaket reicht dafür lange: iRacing führt 32 Autos und 29 Strecken mit über 85 Streckenvarianten als kostenlosen Basisinhalt jeder Mitgliedschaft, darunter der Global Mazda MX-5 Cup, Lime Rock Park und Okayama. Mit dem Build zu 2026 Season 3 ist der BMW M2 Racing (G87) dazugekommen, ein Hecktriebler mit 313 PS aus dem Twin-Turbo-Vierzylinder, den iRacing mit diesem Build ins Basispaket gelegt hat – zum Streckenlernen genauso gutmütig wie der MX-5.
  • Keine Mindestlizenz. Als Rookie testest du jedes Auto und jede Strecke, die du besitzt. Die Lizenzstufen begrenzen nur den offiziellen Rennbetrieb, nicht das Training.
  • Eingerichtetes Lenkrad mit Pedalen. Force Feedback, Lenkwinkel und Tastenbelegung stellst du am besten hier fertig ein – im Rennen fehlt dafür die Ruhe.

iRacing Testsession einrichten – Schritt für Schritt

  1. Test Drive öffnen: Button Test Drive oben im iRacing-UI, alternativ links über Go Racing → Test Drive.
  2. Auto wählen: Klick auf die Auto-Kachel und nimm ein Fahrzeug aus deinem Besitz. Für den Einstieg sind Global Mazda MX-5 Cup oder BMW M2 Racing ideal – beide verzeihen viel und melden das Limit deutlich.
  3. Strecke wählen: Über die Strecken-Kachel Kurs und Layout festlegen. Kurze, übersichtliche Kurse wie Lime Rock Park oder Okayama Short sitzen nach wenigen Runden.
  4. Bedingungen einstellen: Die dritte Kachel steuert Wetter, Tageszeit und Streckenzustand. Zum Lernen: trocken, Tageslicht, stabile Bedingungen. Regen und Nacht hebst du dir auf, bis die Linie sitzt.
  5. Session starten: Grüner Test Drive-Button. Du landest allein auf offener Strecke, ohne Gegner.
  6. Im Sim arbeiten: Runden fahren, über die Black Box Sprit und Reifen im Blick behalten, per Reset zurück in die Box, im Garage-Screen Setups vergleichen. Die Session läuft, bis du sie beendest.

Active Reset: dieselbe Kurve zwanzigmal statt zwanzig Runden

Das stärkste Trainingswerkzeug im Solo-Betrieb heißt Active Reset. Du speicherst einen Schnappschuss vom Zustand des Autos und springst per Tastendruck immer wieder exakt dorthin zurück – inklusive Tempo, Spritmenge, Reifenverschleiß und Reifentemperaturen. Eine schwierige Schikane übst du so zwanzigmal in wenigen Minuten, statt jedes Mal die halbe Runde als Anfahrt zu fahren. So richtest du es ein, wie es iRacing im Support beschreibt:

  • Tasten belegen: Settings → Keybinds → Advanced Analysis, dort die beiden Einträge zum Speichern und zum Anspringen des Snapshots auf gut erreichbare Tasten am Lenkrad legen.
  • Erst warm fahren: drei, vier Runden, damit Reifen und Bremsen auf Temperatur sind – sonst übst du auf einem Grip-Niveau, das es im Rennen nie gibt.
  • Snapshot auf der Geraden setzen, mit Renntempo vor der Zielkurve. Aus der Boxengasse heraus lässt sich kein Snapshot speichern.
  • Sprung-Taste gedrückt halten: Dann pausiert die Sim direkt nach dem Rücksprung, und du startest den Versuch erst beim Loslassen – praktisch, um Kopf und Hände vor einer schwierigen Kurve zu sortieren.
  • Grenzen kennen: zwischen zwei Sprüngen liegen mindestens 1,5 Sekunden, die laufende Rundenzeit wird durch den Sprung ungültig, und Setup- oder Cockpit-Änderungen werden auf den Stand des Snapshots zurückgesetzt.
  • Nur allein: Active Reset funktioniert ausschließlich in der Solo-Session – nicht mit anderen Fahrern auf der Strecke, nicht in Qualifying oder Rennen.

Wenn die Server in Wartung sind: Demo Drive

Ein hartnäckiger Irrtum in Foren: Die Testsession laufe komplett offline. Sie braucht den normalen Login – während der iRacing-Wartungsfenster übernimmt aber Demo Drive. Du rufst dafür im Browser testdrive.iracing.com auf statt des gewohnten UI. Dort fährst du jedes Auto, das lokal installiert ist – auch Fahrzeuge, die dir gar nicht gehören. Strecken bleiben dagegen auf deinen Besitz beschränkt. Wer regelmäßig in der Wartung übt, lädt sich also am besten vorher den kompletten Content herunter und probiert dann in Ruhe aus, welches Auto überhaupt zu ihm passt.

Typische Fehler, die uns selbst Zeit gekostet haben

  • Drei Baustellen gleichzeitig: neues Auto, neue Strecke und ein selbst gebautes Setup. Ändere immer nur eine Variable, sonst weißt du hinterher nicht, was gewirkt hat.
  • Ziellos im Kreis fahren: Nimm dir pro Session zwei, drei konkrete Punkte vor – ein bestimmter Bremspunkt, der Scheitelpunkt einer Doppelkurve, das Anbremsen bergab.
  • Zu früh am Setup schrauben: Bleib beim Baseline-Setup, bis deine Rundenzeiten konstant im Zehntelbereich streuen. Vorher sind deine Fahrfehler größer als jeder Setup-Unterschied.
  • Kalte Runden auswerten: Die ersten zwei Runden nach dem Boxenausgang sind nie repräsentativ. Wir haben uns anfangs an Zeiten aufgehängt, die nur der Reifentemperatur geschuldet waren.
  • Solo mit dem Rennen verwechseln: Verkehr, Startphase und Nervosität fehlen. Wenn die Strecke sitzt, geh in eine offene Practice-Session und danach in eine Rookie-Serie.

Testsession, Practice, Time Trial und Rennen im Vergleich

SessionAllein?Zeiten offiziellWirkt auf iRating / SR
Testsession (Test Drive)janeinnein
Practiceneinjanein
Time Trialjajanein (eigene Wertung)
Rennenneinjaja, beides

Die sinnvolle Reihenfolge für jede neue Kombination aus Auto und Strecke: erst Testsession bis die Linie steht, dann eine Practice-Session mit anderen Fahrern für das Gefühl im Verkehr, dann das Rennen.

Nach jedem Season-Build kurz zurück in die Testsession

iRacing verteilt viermal im Jahr einen großen Build, und jeder davon kann deine Referenzpunkte entwerten. Wird eine Strecke neu eingescannt, verschieben sich Bodenwellen, Kerbs und damit Bremspunkte um Meter; wird ein Auto physikalisch überarbeitet, ändert sich das Bremsverhalten am Limit. Für den Build zu 2026 Season 4 nennt iRacing im Development Update vom August 2026 unter anderem komplette Neuscans von Road America, Mid-Ohio und der Milwaukee Mile, Auffrischungen von Road Atlanta und Summit Point sowie eine überarbeitete Version des Mazda MX-5 – also genau des Autos, mit dem die meisten Einsteiger ihre ersten Runden drehen. Unsere Routine nach jedem Build: zehn ruhige Solo-Runden auf der Stammstrecke, erst danach wieder Rundenzeiten mit den alten vergleichen.

Aus Testrunden echte Rundenzeit machen

Runden abspulen ist die halbe Miete – die andere Hälfte ist zu sehen, wo genau du Zeit liegen lässt. Dafür haben wir PitWall gebaut, unser kostenloses Telemetrie-Tool für die deutschsprachige Community: Es zeigt dir die Deltas, also den Zeitunterschied zu deiner besten Referenzrunde, Kurve für Kurve. Damit weißt du nach zehn Runden, ob dich der Ausgang von Kurve 3 oder das Anbremsen in Kurve 7 kostet – und setzt den nächsten Active-Reset-Snapshot genau davor. Wenn du beim Üben nicht alleine bleiben willst: Wir sind eine junge deutschsprachige iRacing-Community und sortieren im Discord gemeinsam Bremspunkte, Setups und Race-Nights – Fragen von Einsteigern sind dort ausdrücklich erwünscht.

Stand: iRacing 2026 Season 3. Der Season-Build ging laut iRacings Season-Übersicht am 9. Juni 2026 live; der nächste Build steht im September 2026 an. Menüpfade und UI-Details ändern sich mit den quartalsweisen Builds.

Quellen

Häufige Fragen

Zählt eine iRacing Testsession für iRating oder Safety Rating?

Nein. Die Testsession ist reines Solo-Training: Weder Rundenzeiten noch Incidents wirken sich auf iRating oder Safety Rating aus. Volle Wirkung hat nur das Rennen.

Wie starte ich in iRacing eine Testsession?

Über den Button „Test Drive“ oben im iRacing-UI oder links über Go Racing → Test Drive. Danach Auto, Strecke und Bedingungen wählen und den grünen Test-Drive-Button drücken.

Kann ich in iRacing offline üben oder während der Wartung fahren?

Die Testsession braucht den normalen Login. Während der Wartungsfenster fährst du über testdrive.iracing.com im Browser (Demo Drive) – mit allen installierten Autos, aber nur auf Strecken, die dir gehören.

Welches Auto und welche Strecke eignen sich zum Üben?

Der Global Mazda MX-5 Cup oder der seit 2026 Season 3 kostenlose BMW M2 Racing auf einer kurzen Strecke wie Lime Rock Park oder Okayama Short.

Wie übe ich eine einzelne Kurve immer wieder?

Mit Active Reset: Tasten unter Settings → Keybinds → Advanced Analysis belegen, auf der Geraden vor der Kurve einen Snapshot speichern und per Tastendruck immer wieder dorthin zurückspringen.