Fixed vs. Open Setup ist in iRacing die Frage, wer das Auto abstimmen darf: In einer Fixed-Serie fahren alle dasselbe vorgegebene, gesperrte Setup, in einer Open-Serie stimmst du selbst ab oder lädst ein fertiges. Für den Einstieg ist Fixed die klar bessere Wahl — du lernst reines Fahren statt Schrauben, alle starten gleich abgestimmt. Zu Open wechselst du, wenn du sauber und konstant fährst.
Viele hängen in den ersten Wochen an genau dieser Stelle fest: Serie aussuchen, irgendein Setup aus dem Netz laden — und trotzdem durchgereicht werden. Der Grund ist selten das Talent, sondern der falsche Serientyp. Dazu kommt, dass iRacing.com Motorsport Simulations seinen Kalender in vier Seasons pro Jahr zu je zwölf Wochen aufteilt (2026 Season 3 startete am 9. Juni 2026) und die Serien dabei neu verteilt — das Setup-Label deiner Wunschserie kann sich also von Quartal zu Quartal ändern.
Fixed vs. Open Setup: der Unterschied in einem Satz
In einer Fixed-Serie bekommt jeder exakt dasselbe Auto. Reifendruck, Federn, Dämpfer, Flügelstellung, Getriebe — alles ist vorgegeben und gesperrt. iRacing formuliert das im eigenen Setup-Einsteigerguide so: „the setup is fixed! No changes are possible, save for a few driver preference adjustments“. Entschieden wird also rein über Fahrkönnen und Racecraft (das saubere Fahren im Zweikampf).
In einer Open-Serie darfst du das komplette Setup selbst abstimmen oder ein fertiges laden. Ein gut abgestimmtes Auto kann pro Runde mehrere Zehntel schneller sein als die Baseline — der Preis dafür ist Setup-Wissen und Zeit vor dem Rennen. Auf Aero-Strecken wie Monza, Spa oder Le Mans macht ein angepasster Abtrieb den Unterschied besonders sichtbar.
Was in einer Fixed-Serie trotzdem einstellbar bleibt
„Gesperrt“ heißt nicht „gar nichts“. Diese Dinge liegen auch in Fixed-Serien bei dir:
- Spritmenge: Du entscheidest, wie viel Kraftstoff du für Qualifying und Rennen lädst. Weniger Sprit heißt weniger Gewicht, aber ein Boxenstopp mehr.
- Bremsbalance: nur bei einem Teil der Fahrzeuge freigegeben — der Wert steht für den Anteil der Bremskraft an der Vorderachse (60 % bedeutet 60 % vorn, 40 % hinten). Ist der Regler ausgegraut, ist er in dieser Serie gesperrt.
- Alles außerhalb der Garage: Sitzposition, Blickfeld (FOV), Force-Feedback-Stärke, Tastenbelegung und Fahrhilfen-Anzeigen. Das ist kein Setup im Sinne der Serie und darum immer frei.
Wer in Fixed nach mehr Reglern sucht, verliert Zeit an der falschen Stelle. Die Rundenzeit liegt dort in Bremspunkten, Linie und Traktion beim Herausbeschleunigen.
Voraussetzungen
- Lizenzstufe: Beide Serientypen gibt es ab Rookie. Die klassischen Einsteigerklassen laufen fast durchgängig Fixed.
- Content: Für Fixed brauchst du kein Setup-Know-how und keine Telemetrie-Auswertung — nur Auto und Strecke der jeweiligen Woche im Besitz.
- Zeitbudget: Fixed heißt einsteigen und fahren. Open heißt zusätzlich Zeit fürs Abstimmen und Gegentesten einplanen, realistisch mehrere Stints pro Streckenwoche.
So erkennst du, ob eine Serie Fixed oder Open ist
- Öffne die Serienübersicht — im Sim unter Series oder auf der iRacing-Website im Bereich Series.
- Wähle die Serie an. In der Detailansicht steht bei Setup entweder Fixed oder Open. Manche Serien tragen „Fixed“ sogar im Namen.
- Zur Kontrolle in die Garage gehen: Sind die Regler für Federn, Dämpfer und Aero ausgegraut und nicht veränderbar, sitzt du in einer Fixed-Serie.
- Prüfe die Angabe zum Season-Start neu. Eine Season läuft zwölf Wochen (gelegentlich dreizehn), danach werden Autos, Strecken und Regeln neu gemischt — verlass dich auf das aktuelle Setup-Label, nicht auf den Ruf eines Seriennamens (Stand iRacing 2026 Season 3).
- Im Zweifel eine Practice-Session der Serie starten: Was in der Garage gesperrt ist, ist es auch im Rennen.
Warum Einsteiger mit Fixed schneller vorankommen
Starte mit Fixed. Die vorgegebenen Setups sind bewusst gutmütig und stabil ausgelegt, das Auto verzeiht mehr. Du ruinierst dir das Fahrgefühl nicht mit einem verkorksten eigenen Setup, und das Feld ist wirklich chancengleich — wer vorne fährt, fährt schlicht besser.
Die klassische Einsteigerserie ist der Global Mazda MX-5 Cup, laut iRacing eine reine Fixed-Serie über zwölf Wochen. Das Auto ist leicht, hat Hinterradantrieb und ein 6-Gang-Getriebe (Mazda Motorsports beschreibt den MX-5-Cup-Wagen als „lightweight, balanced, rear-wheel drive car“) — genau die Kombination, an der man Traktion und Lastwechsel sauber lernt, ohne dass ein Leistungsüberschuss die Fehler kaschiert. Genau hier haben wir beim Einstieg selbst die meiste Rundenzeit geholt: nicht über Abstimmung, sondern über Runden.
Der Fixed-Weg zahlt auch direkt auf deine Lizenz ein. Aus der Rookie-Klasse kommst du heraus, sobald dein Safety Rating (die Bewertung deiner Sauberkeit auf der Strecke) 3.0 erreicht und die Mindestteilnahme erfüllt ist — laut iRacing-Support „completing at least two races or four Time Trials“. Beides sammelst du in einer Fixed-Serie schneller, weil du dich um nichts als saubere Runden kümmern musst.
Drei Signale, dass du reif für Open-Setups bist
- Du fährst eine Strecke ohne Dreher durch. Wer noch Fahrfehler macht, kann Setup-Änderungen nicht bewerten — die Streuung der eigenen Runden ist größer als der Effekt.
- Deine Rundenzeiten liegen eng beieinander. Schwanken zehn Runden um mehrere Zehntel, misst du beim Abstimmen dich selbst, nicht das Auto.
- Du kannst benennen, was das Auto macht. Untersteuern beim Einlenken, loses Heck beim Herausbeschleunigen — erst diese Beschreibung macht aus einem Regler ein Werkzeug.
Dein erstes Open-Setup — so gehst du vor
- Fahre erst die iRacing-Baseline, bis die Zeiten stabil sind. Sie ist der Nullpunkt, gegen den du alles misst.
- Notiere je Kurve, was das Auto in Einfahrt, Scheitel und Ausfahrt tut — der iRacing-Support empfiehlt genau diese Aufteilung in „entry, mid and exit phases“.
- Ändere pro Stint eine Sache. Die offizielle Regel lautet „Only make one change at a time!“ — zwei Änderungen gleichzeitig und du weißt nicht mehr, welche gewirkt hat.
- Fang bei den Werten mit der größten Wirkung pro Klick an: Reifendruck und Bremsbalance, danach Flügel beziehungsweise Abtrieb, erst am Ende Federn und Dämpfer.
- Speichere jedes Setup mit sprechendem Namen (Strecke, Datum, Änderung) und wirf schlechtere Stände nicht weg — der Vergleich ist der eigentliche Lerneffekt.
Typische Fehler, die wir ständig sehen
- Zu früh in Open: Neuling geht in eine Open-GT3-Serie, lädt ein Fremd-Setup und versteht nicht, warum das Auto trotzdem nervös ist — weil das Setup zu einem anderen Fahrstil und oft zu einer anderen Renndistanz passt.
- „Fixed ist für Anfänger, also schlechter“: Falsch. In Fixed fährt auch die Spitze — viele Wertungen laufen bewusst Fixed, um reines Können zu messen.
- In Fixed am Setup schrauben wollen: Die Regler sind gesperrt, das ist kein Bug, sondern der Sinn der Serie.
- Open-Setup blind importieren: Ein geladenes Setup ist ein Startpunkt, keine Garantie. Wer nicht versteht, was er ändert, verschenkt in Open den ganzen Vorteil.
- Setup gegen Fahrfehler einsetzen: Wer zu spät bremst und das Untersteuern per Flügelstellung wegzudrehen versucht, verschiebt das Problem nur nach hinten.
Hintergrund: warum iRacing beides trennt
Fixed und Open bedienen zwei verschiedene Dinge. Fixed schafft ein chancengleiches Feld: gleiche Technik für alle, damit die Platzierung nur vom Fahren abhängt — ideal zum Lernen und für fairen Wettbewerb. Open belohnt zusätzlich das Ingenieurs-Denken: Wer Fahrwerk und Aerodynamik versteht, holt sich einen echten Vorteil. Manche Kombinationen aus Auto und Strecke gibt es in beiden Varianten und in getrennten Splits (den nach Stärke sortierten Renngruppen), sodass du dieselbe Woche einmal Fixed und einmal Open fahren kannst — ein guter Vergleichstest für den eigenen Stand.
Fixed vs. Open Setup ist damit weniger eine Frage von „besser oder schlechter“ als von „welche Fähigkeit gerade zählt“. Für die ersten Wochen zählt Fahren, und das lernst du in Fixed am schnellsten.
Unsicher, welche Fixed-Serie gerade zu dir passt? In unserem Discord sortieren wir Einsteiger regelmäßig in die passende Klasse ein und fahren die Rennnächte gemeinsam — komm einfach in die iRaceCommunity und frag uns direkt.
Quellen
- iRacing Support: iRacing Setup — A Beginner’s Guide on How to Get Started (Fixed-Setups, „one change at a time“, Kurvenphasen)
- iRacing Support: Graduating from Rookie Class (Safety Rating 3.0, Mindestteilnahme)
- iRacing: FANATEC Global Mazda MX-5 Cup (12-Wochen-Fixed-Serie als Road-Einstieg)
- iRacing: Seasons & Builds (vier Seasons pro Jahr, zwölf Wochen, Start 2026 Season 3 am 9. Juni 2026)
- Mazda Motorsports: MX-5 Cup Car (Fahrzeugdaten, Hinterradantrieb)
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Fixed und Open Setup in iRacing?
In einer Fixed-Serie fährt jeder dasselbe vorgegebene, gesperrte Setup. In einer Open-Serie darfst du das Auto frei abstimmen oder ein fertiges Setup laden.
Ist Fixed oder Open besser für Einsteiger?
Fixed. Du konzentrierst dich aufs Fahren statt aufs Schrauben, das Feld ist chancengleich und die vorgegebenen Setups sind gutmütig ausgelegt — ideal zum Lernen.
Was darf ich in einer Fixed-Serie überhaupt noch einstellen?
Die Spritmenge immer, die Bremsbalance nur bei einem Teil der Autos. Alles außerhalb der Garage — Sitzposition, FOV, Force Feedback, Tastenbelegung — bleibt frei.
Woran erkenne ich, ob eine iRacing-Serie Fixed oder Open ist?
In der Serien-Detailansicht steht bei „Setup“ entweder Fixed oder Open. Zusätzlich sind in der Garage bei Fixed die Regler für Federn, Dämpfer und Aero ausgegraut.
Wann sollte ich von Fixed auf Open umsteigen?
Wenn du eine Strecke ohne Dreher durchfährst, deine Rundenzeiten eng beieinanderliegen und du benennen kannst, was das Auto in Einfahrt, Scheitel und Ausfahrt macht.
Welche Fixed-Serie eignet sich zum Einstieg?
Der Global Mazda MX-5 Cup: laut iRacing eine reine Fixed-Serie über zwölf Wochen, mit einem leichten Hinterradantriebs-Auto und großem Feld. Prüfe das aktuelle Season-Angebot.
