Das PitWall Relative-Overlay zeigt dir die Autos direkt vor und hinter dir samt Zeitabstand in Sekunden und ob er wächst oder schrumpft. Der Radar blendet Gegner in deinem Nahbereich als Blips ein und warnt vor Seite-an-Seite-Situationen. Beide legen sich über iRacing – vorausgesetzt, der Sim läuft im randlosen Fenstermodus. Den Radar musst du derzeit in den Einstellungen erst aktivieren.
Im Rennen entscheidet oft nicht die Rundenzeit, sondern das, was gerade um dich herum passiert: Kommt der Hintermann näher? Ist links noch ein Auto, wenn ich die Kurve anbremse? Genau dafür haben wir bei PitWall das Relative-Overlay und den Radar gebaut – zwei Anzeigen, die dir das Renngeschehen in deinem direkten Umfeld auf einen Blick geben, ohne dass du in die iRacing-Box wechseln musst.
Relative oder Standings – was ist der Unterschied?
Diese zwei Anzeigen werden gern verwechselt, machen aber Gegensätzliches. Das Standings-Overlay zeigt die komplette Startaufstellung nach Rennposition – also P1 bis zum letzten Auto. Das Relative zeigt nur die Handvoll Autos, die dir auf der Strecke am nächsten sind, sortiert nach Zeitabstand statt nach Position. Ein überrundetes Auto direkt vor dir steht im Relative also ganz oben, obwohl es in der Wertung weit hinten liegt.
Der entscheidende Wert ist das Delta (der Zeitabstand in Sekunden zum Auto vor bzw. hinter dir). Bewegt sich die Zahl Richtung null, kommt der Gegner näher – wächst sie, ziehst du weg. So weißt du früh, ob du verteidigen musst oder ob der Angriff vor dir realistisch ist.
Was im PitWall Relative-Overlay wo steht
Die Tabelle hat sieben Zeilen: die drei Autos vor dir, deine eigene (cyan hinterlegt) und die drei dahinter. Jede Zeile liest sich von links nach rechts als Rennposition, Startnummer mit farbigem Klassenstreifen (wichtig in Multiclass-Rennen), Fahrername, Lizenz-Kürzel als farbige Pille, iRating und ganz rechts das Delta auf zwei Nachkommastellen. Fahrer, die eine Runde vor oder hinter dir liegen, bekommen eine abgesetzte Namensfarbe – du erkennst also sofort, ob der Wagen vor dir echte Konkurrenz oder ein Rundenrückstand ist.
Über der Tabelle läuft die Kopfleiste mit Restzeit, SoF (Strength of Field, das mittlere iRating des Feldes), Streckentemperatur und deinem aktuellen Incident-Zähler; unten stehen deine letzte und deine beste Rundenzeit. Autos, die gerade auf der Boxengasse unterwegs sind, tragen einen PIT-Marker; wer komplett in der Box steht, fällt aus der Liste, weil das Relative nur Fahrzeuge auf der Strecke sortiert.
Das iRacing-Telemetrie-SDK stellt Live-Daten 60-mal pro Sekunde bereit (iRacing SDK Documentation). PitWall greift gestaffelt darauf zu: Der Radar liest mit den vollen 60 Hz, die Zeitabstände im Relative mit 20 Hz, und der teure Voll-Snapshot mit Namen, Lizenz und iRating nur zweimal pro Sekunde. Deshalb läuft das Delta flüssig mit, während die App im Hintergrund sparsam bleibt.
Was der Radar kann – und was nicht
Der Radar ist die Nahkampf-Anzeige: eine kleine Draufsicht mit deinem Auto in der Mitte und Blips für die Gegner um dich herum. Die Skala reicht 45 Meter nach vorn und nach hinten, mit dezenten Marken bei 15 und 30 Metern. Daten sammelt PitWall bis 55 Meter, damit Blips am Rand weich einblenden statt an der Grenze aufzupoppen.
Die Farbe folgt festen Schwellen: jenseits von 18 Metern bleibt der Blip neutral, darunter wechselt er auf Warnfarbe, ab sieben Metern Längsversatz – also im Überlappungsbereich – auf Kritisch, und unter drei Metern pulsiert er zusätzlich. Ab zwölf Metern Abstand blendet PitWall die exakte Meterzahl am Blip ein: die Information, die dir sagt, ob dein Vorderrad schon neben seiner Tür steht.
Ehrlich bleiben gehört dazu: Die seitliche Position anderer Autos gibt das lokale iRacing-SDK nicht exakt her. Den Längsabstand liest PitWall präzise aus, die Seite stammt aus dem Spotter-Signal CarLeftRight, das genau sieben Zustände kennt – von „aus“ und „frei“ über „Auto links“, „Auto rechts“, „beidseitig“ bis „zwei Autos links“ bzw. „zwei Autos rechts“ (SDK-Doku zu CarLeftRight). Feiner geht es nicht: Der Radar zeigt dir zuverlässig, auf welcher Seite jemand ist, aber keinen zentimetergenauen Querabstand, und er kann höchstens zwei Nachbarn gleichzeitig einer Seite zuordnen. Das ist keine PitWall-Schwäche, sondern eine SDK-Grenze, an der jedes Radar-Tool hängt.
Voraussetzungen
- PitWall installiert und gestartet (Stand 0.5.9, Juli 2026). Ist dein iRacing verbunden, färbt sich der Status-Punkt in der App.
- iRacing im randlosen Fenster- bzw. Borderless-Modus. In den Grafikoptionen des Sims lässt sich die Rahmen-Option abwählen, sodass das Fenster wie Vollbild aussieht; laut iRacing-Support kannst du diese Einstellung jederzeit im laufenden Sim umschalten (iRacing Support: Setting Up Multiple Monitors). Im echten Exklusiv-Vollbild kann kein externes Tool ein Overlay darüberlegen – das gilt für PitWall genauso wie für alle anderen Overlay-Apps.
- Ein bisschen Platz auf dem Bildschirm für die Overlays, damit sie deine iRacing-HUD-Elemente nicht überdecken.
Schritt für Schritt einrichten
- Öffne in PitWall den Reiter Einstellungen und suche den Abschnitt Overlays.
- Setze den Haken bei Relative. Das PitWall Relative-Overlay erscheint sofort auf dem Bildschirm.
- Aktiviere den Radar: Er ist seit Version 0.5.9 bewusst standardmäßig aus (dazu unten mehr), du schaltest ihn über die Radar-Checkbox ein. Lass die Option Radar automatisch einblenden aktiv – dann taucht er nur auf, wenn wirklich Autos in deiner Nähe sind, und verschwindet danach wieder.
- Wechsle in den Bearbeiten-Modus. PitWall füllt die Overlays mit Demo-Daten, und du ziehst jedes mit der Maus an die Stelle, an der es dich beim Fahren nicht stört. Die Positionen werden gespeichert.
- Setz das Relative dorthin, wo dein Blick beim Bremsen ohnehin hinwandert – bei Triple-Screens auf den Seitenmonitor, bei einem Bildschirm knapp unter die Sichtlinie. Den Radar legst du am besten mittig-unten, damit „links/rechts“ auf dem Schirm zu links/rechts im Auto passt.
- Stell bei Bedarf die Transparenz in den Einstellungen ein, damit die Panels dezent bleiben, die Zahlen aber deckend lesbar.
- Starte eine iRacing-Session (Borderless!) und prüfe live: Läuft im Relative das Delta mit? Blendet sich der Radar ein, sobald jemand aufschließt?
Typische Fehler – was uns selbst passiert ist
- „Ich sehe gar kein Overlay.“ Fast immer läuft iRacing dann im echten Vollbild. Stell in den iRacing-Grafikoptionen auf randloses Fenster um – danach liegt PitWall sichtbar darüber.
- „Wo ist der Radar?“ Er ist in der aktuellen Version standardmäßig deaktiviert. Erst die Checkbox setzen, sonst bleibt er aus – auch wenn Gegner neben dir sind.
- Radar-Blips aus dem Nichts. Früher tauchten manchmal Geister-Blips von Autos in der Boxengasse auf. Das haben wir gefiltert; wer eine ältere Version fährt, sollte updaten.
- Relative mit Standings verwechselt. Wenn dich die Reihenfolge verwirrt: Das Relative sortiert nach Nähe, nicht nach Rennposition. Ein „falsch“ wirkender Name oben ist meist nur ein überrundetes Auto direkt vor dir.
- Der Gegner „verschwindet“ im Relative. Er ist dann in der Box, nicht auf der Strecke. Rollt er über die Boxengasse, steht er mit PIT-Marker wieder in der Liste – ein guter Moment, um den Zeitabstand für den Undercut abzuschätzen.
- Blip springt beim Einlenken die Seite. Das ist das Spotter-Signal, nicht die Anzeige: Wenn zwei Autos gleichzeitig überlappen, kann iRacing sie nicht sauber trennen. PitWall glättet das, aber verlass dich in dieser Situation zusätzlich aufs Ohr und lass Platz.
Was dir die zwei Anzeigen im Rennen sparen
Der Nutzen lässt sich in iRacings eigener Währung messen: Incident-Punkten. Schwerer Kontakt mit einem anderen Auto wird auf Asphaltstrecken mit 4x bewertet, Kontrollverlust oder Kontakt mit Mauern und Objekten mit 2x, das Verlassen der Streckengrenzen mit 1x; leichter Kontakt zählt 0x, wird aber protokolliert (iRacing Support: Incident Points). Diese Punkte drücken dein Safety Rating – die Kennzahl, die über deine Lizenzstufe entscheidet – und beenden in Rennen mit Incident-Limit schlicht deinen Abend.
Ein einziger vermiedener 4x-Kontakt pro Renn-Abend ist für die meisten von uns mehr wert als die halbe Sekunde Rundenzeit, die man beim Setup-Feilen sucht. Genau da setzen die beiden Overlays an: Das PitWall Relative-Overlay sagt dir Sekunden im Voraus, dass Druck von hinten kommt, der Radar sagt dir im Anbremspunkt, dass die Innenseite belegt ist.
Warum der Radar gerade optional ist
Wir haben den Näherungs-Radar mit Version 0.5.9 bewusst auf „standardmäßig aus“ gestellt, weil die Erkennung in Grenzfällen noch nicht sauber genug lief und wir sie lieber ehrlich als Baustelle kennzeichnen, statt eine wacklige Anzeige als fertig zu verkaufen. Die Checkbox bleibt, du kannst ihn also jederzeit einschalten – die überarbeitete Version kommt mit dem nächsten größeren Update. Das Relative-Overlay ist davon unberührt und läuft stabil.
Fährst du den Radar aktiv und merkst, dass ein Blip zu spät oder zu früh kommt? Erzähl es uns im Discord der iRaceCommunity – genau solche Rückmeldungen aus echten Rennen fließen direkt in die nächste PitWall-Version ein.
Quellen
- iRacing SDK Documentation – Telemetrie-Übersicht (60 Werte pro Sekunde)
- iRacing SDK Documentation – Telemetrie-Variable CarLeftRight
- iRacing Support – Setting Up Multiple Monitors (Fenster- und Rahmen-Optionen)
- iRacing Support – Incident Points
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Relative und Standings in PitWall?
Das Relative zeigt die Autos, die dir auf der Strecke am nächsten sind, sortiert nach Zeitabstand. Standings zeigt die komplette Startaufstellung nach Rennposition.
Warum sehe ich in PitWall keinen Radar?
Der Radar ist seit Version 0.5.9 standardmäßig aus und wird gerade überarbeitet. Aktiviere ihn in den Einstellungen über die Radar-Checkbox.
Warum werden meine Overlays im Rennen nicht angezeigt?
iRacing muss im randlosen Fenster- bzw. Borderless-Modus laufen. Im echten Exklusiv-Vollbild kann kein externes Tool ein Overlay darüberlegen.
Wie weit reicht der Radar in PitWall?
Die Anzeige reicht 45 Meter nach vorn und hinten, mit Marken bei 15 und 30 Metern. Unter 18 Metern wird der Blip zur Warnfarbe, unter 3 Metern pulsiert er.
Zeigt der Radar die genaue seitliche Position anderer Autos?
Nein. Das iRacing-SDK liefert nur den Längsabstand exakt; die Seite kommt aus dem CarLeftRight-Signal mit sieben Zuständen. Das gilt für alle SDK-basierten Radar-Tools.
