iRacing-Content kaufen: welche Strecken & Autos zuerst?

Ausgebreitete Sim-Racing-Hardware auf einem dunklen Schreibtisch: Wheelbase, zwei Lenkkränze und ein Pedalset im blauen LED-Licht

Kauf am Anfang gar nichts. Das Abo von iRacing (iRacing.com Motorsport Simulations) enthält 27 Autos und 29 Strecken und damit alles, was für die offiziellen Rookie-Serien gebraucht wird — iRacing selbst schreibt, die Mitgliedschaft enthalte „the cars and tracks needed to run all official Rookie series“. Wer in iRacing Content kaufen will, wartet bis zum Aufstieg in die D-Lizenz und geht dann in dieser Reihenfolge vor: erst Disziplin festlegen, dann das Auto der Serie, zuletzt die zwei bis drei Strecken aus dem laufenden Season-Kalender.

Warum du am Anfang nichts kaufen musst

Im Abo-Preis steckt ein fester Grundstock: 27 Fahrzeuge und 29 Strecken quer durch Straßen-, Formel-, NASCAR- und Offroad-Klassen, Stand 2026. Darunter sind die Einsteigerautos, mit denen die Rookie-Serien gefahren werden: Global Mazda MX-5 Cup und BMW M2 CS Racing auf der Straßenseite, Formula Vee und Ray FF1600 für Formel-Fahrer, der Street Stock auf dem Oval. Mit dem Season-3-Build 2026 kam der BMW M2 Racing (G87) als weiteres Gratis-Fahrzeug dazu. Das reicht komplett, um alle Rookie-Rennen zu fahren, also die Einstiegsklasse, in der jeder Account startet.

Der Grund für die Zurückhaltung ist simpel: In den ersten Wochen findest du erst heraus, was dir liegt. Wer sofort ein GT3-Auto und fünf Strecken kauft und dann merkt, dass ihn Oval-Racing viel mehr packt, hat Geld in Content gesteckt, den er kaum nutzt. Fahr die enthaltenen Inhalte leer, bevor du die Kreditkarte zückst.

Voraussetzungen: was du vor dem ersten Kauf klären musst

  • Lizenzstufe: iRacing arbeitet mit Klassen von Rookie über D, C, B bis A. Jede Klasse schaltet neue Serien frei — und damit erst den Bedarf an zusätzlichem Content.
  • Safety Rating (SR): die Kennzahl für sauberes Fahren, Startwert 2,50. Für den Aufstieg aus der Rookie-Klasse brauchst du laut iRacings Support-Doku mindestens zwei offizielle Rennen (oder vier Time Trials) plus ein SR von 3,00 — dann greift die sogenannte Fast-Track-Promotion sofort, unabhängig vom Season-Ende.
  • iRating (iR): deine Stärke-Wertung. Sie sortiert dich in Splits ein, also in Gruppen ähnlich schneller Fahrer. Auch das kaufst du dir nicht, das fährst du dir.
  • Budget: Ein Auto kostet einmalig 11,95 US-Dollar, eine Strecke je nach Kurs 11,95 oder 14,95 US-Dollar (Quelle: iRacing-Support). Abgerechnet wird in US-Dollar, unabhängig vom Wohnland.
  • Abo-Kosten: Seit dem 18. August 2026 kostet das Abo direkt bei iRacing 14,75 US-Dollar pro Monat, 37,50 für drei Monate, 124,50 für zwölf Monate und 222,50 für 24 Monate — vorher waren es 13,00 / 33,00 / 110,00 / 199,00 US-Dollar. Auto- und Streckenpreise blieben bei dieser Anpassung unverändert.

Die Kauf-Reihenfolge, die wir Einsteigern empfehlen

  1. Rookie zuerst mit dem enthaltenen Content fahren. Probier die Gratis-Autos durch: MX-5 und BMW M2 sind gutmütig, der Formula Vee zwingt dich zu sauberen Linien, der Street Stock zeigt dir, ob Oval dein Ding ist. Keine Ausgabe nötig.
  2. Eine Disziplin festlegen. GT-Sportwagen, offene Formel oder Oval — entscheide dich für eine Richtung, bevor du kaufst. Das spart am meisten Geld.
  3. Das erste Auto der D-Klasse kaufen. Im Sportwagen-Zweig ist das oft ein GT4-Fahrzeug, in der Formel die nächste Stufe über dem Vee. Achte auf Autos, die in mehreren Serien und Lizenzklassen laufen — die amortisieren sich über Monate statt über eine Season.
  4. Nur die aktuell gefahrenen Strecken dazukaufen. Jede Serie fährt pro Season einen festen Streckenplan über zwölf Wochen. Öffne den Kalender deiner Serie im iRacing-UI und kauf die zwei bis drei Kurse, die in den nächsten Wochen dran sind — nicht alles auf Vorrat.
  5. Sammeln und im Paket kaufen. Die Rabatte greifen pro Bestellvorgang, nicht pro Monat. Warte also, bis du sechs Teile zusammen hast, die du wirklich brauchst, und leg sie gemeinsam in den Warenkorb.

Rabattstufen: wann sich Warten lohnt

SituationRabatt
allererste Content-Lizenz auf dem Accountmindestens 10 %
3 bis 5 Teile gleichzeitig im Warenkorb10 %
6 oder mehr Teile gleichzeitig15 %
40 lizenzierte Inhalte insgesamt20 % dauerhaft auf weitere Käufe
kompletter Content-Katalog lizenziert30 % dauerhaft

Die Staffelung steht so in iRacings Übersicht der Volume Discounts. Wichtig ist die Ausnahme, über die viele stolpern: dauerhaft rabattierte Inhalte für 5 US-Dollar oder weniger — also die Legacy-Autos und -Strecken — sowie Tech Tracks sind von allen Rabattprogrammen ausgeschlossen und zählen auch nicht auf die 40er-Schwelle ein. Ein Warenkorb aus fünf Legacy-Teilen und einem Vollpreis-Auto bringt dir also keinen 15-Prozent-Sprung.

Rechenbeispiel: iRacing Content kaufen für rund 60 Dollar

So sieht ein realistischer erster Einkauf nach dem Rookie-Aufstieg aus: ein Auto für 11,95 US-Dollar plus fünf Standardstrecken zu je 11,95 US-Dollar ergibt 71,70 US-Dollar Listenpreis. Sechs Teile in einem Vorgang heißt 15 Prozent Rabatt, macht 60,95 US-Dollar. Kaufst du dasselbe in zwei Etappen — erst vier Teile, zwei Tage später zwei —, sieht die Rechnung anders aus: Der erste Warenkorb liegt in der 10-Prozent-Stufe (43,02 US-Dollar), der zweite reißt mit zwei Teilen gar keine Rabattstufe mehr (23,90 US-Dollar). Zusammen 66,92 statt 60,95 US-Dollar. Die Ungeduld kostet dich knapp 6 US-Dollar, also eine halbe Strecke. Nimmst du statt einer Standardstrecke einen Premium-Kurs für 14,95 US-Dollar, steigt die Rechnung um 2,55 US-Dollar nach Rabatt. Zusammen mit einem Jahresabo für 124,50 US-Dollar landest du im ersten Jahr bei rund 185 US-Dollar — und hast damit ein volles Serien-Programm statt eines Regals voller ungenutzter Autos.

Timing: nicht kurz vor dem Season-Wechsel auf Vorrat kaufen

iRacing läuft in Quartals-Seasons zu je zwölf Rennwochen, dazwischen liegt die Woche 13 als Übergang mit Spaß-Serien und Content-Premieren. Season 3 des Jahres 2026 startete am 16. Juni mit dem Build 2026.06.09.01; die Woche 13 lag vom 8. bis 14. September 2026, direkt davor stand der Wechsel auf Season 4. Für deinen Einkauf heißt das: Kurz vor einem Season-Wechsel lohnt es sich, den neuen Streckenplan deiner Serie abzuwarten. Kaufst du zwei Tage vorher drei Kurse, die im nächsten Quartal gar nicht im Kalender stehen, liegt das Geld drei Monate tot. Die Streckenpläne der kommenden Season veröffentlicht iRacing regelmäßig einige Tage vor dem Build — dieses Fenster ist der beste Kaufzeitpunkt.

Typische Fehler, die uns beim Einstieg selbst passiert sind

  • Zu früh zu viel gekauft. Der Klassiker: gleich ein GT3-Auto plus fünf Traumstrecken, obwohl die Rookie-Klasse noch gar nicht durch war. Das Auto durfte man dann wochenlang in keinem offiziellen Rennen einsetzen.
  • Strecken auf Vorrat gekauft. Kurse, die in der laufenden Season gar nicht im Kalender standen — totes Kapital, bis sie irgendwann wiederkamen.
  • Nischenautos statt Allrounder. Ein Fahrzeug, das nur in einer einzigen Serie fährt, bindet Geld. Autos, die über mehrere Serien und Lizenzklassen laufen, geben dir pro Dollar deutlich mehr Rennen.
  • Rabattstufe knapp verpasst. Vier Teile gekauft, das fünfte und sechste zwei Tage später — und damit den 15-Prozent-Sprung liegen gelassen.
  • Mit der Traumstrecke angefangen. Nordschleife oder Le Mans sind die teuersten Kurse im Katalog und werden in Einsteigerserien selten gefahren. Als erster Kauf sind sie Deko, kein Rennprogramm.

Kurz zum Hintergrund: warum iRacing so tickt

iRacing verkauft Content einzeln, weil jede Strecke laserscan-genau vermessen und jedes Auto physikalisch aufwendig modelliert ist — du kaufst Bausteine einer Simulation, keine Deko. Das erklärt auch den Quartals-Rhythmus: Etwa alle drei Monate wechselt der Build, Serien bekommen neue Streckenpläne, und mit jeder Season kommen Fahrzeuge und Kurse dazu, gelegentlich auch als kostenloser Bestandteil des Abos wie zuletzt der BMW M2 Racing. Wer die Kalender im Blick behält und in Paketen kauft, fährt dieselben Rennen für spürbar weniger Geld. Preise, Rabattstufen und Grundstock können sich ändern — die Zahlen hier haben den Stand September 2026, geprüft an den offiziellen iRacing-Seiten.

Noch unsicher, welche Disziplin zu dir passt oder welche Strecke deine Serie als Nächstes fährt? Dafür gibt es unsere deutschsprachige iRacing-Community: Wir sind selbst Fahrer, teils seit der Gründung dabei, und schauen mit dir auf den Kalender, bevor du in iRacing Content kaufen gehst. Komm auf unseren Discord und frag einfach, bevor du klickst.

Quellen

Häufige Fragen

Muss ich in iRacing gleich Content kaufen?

Nein. Das Abo enthält 27 Autos und 29 Strecken und damit alles für die offiziellen Rookie-Serien. Die erste sinnvolle Ausgabe steht mit dem Aufstieg in die D-Lizenz an.

Was kostet ein Auto oder eine Strecke in iRacing?

Ein Auto kostet einmalig 11,95 US-Dollar, eine Strecke je nach Kurs 11,95 oder 14,95 US-Dollar. Diese Preise blieben auch bei der Abo-Anpassung im August 2026 unverändert.

Wann steige ich aus der Rookie-Klasse auf?

Mit mindestens zwei offiziellen Rennen (oder vier Time Trials) und einem Safety Rating von 3,00 greift die Fast-Track-Promotion in die D-Lizenz — sofort, nicht erst zum Season-Ende.

Welches Auto soll ich in iRacing zuerst kaufen?

Eines, das in mehreren Serien und Lizenzklassen fährt, im Sportwagenbereich oft ein GT4. So bekommst du pro Dollar die meisten Rennen statt eines Autos für nur eine Serie.

Wie funktionieren die Mengenrabatte bei iRacing?

Ab 3 Teilen im selben Vorgang gibt es 10 %, ab 6 Teilen 15 %. Nach 40 lizenzierten Inhalten sind es dauerhaft 20 %, beim kompletten Katalog 30 %. Legacy-Inhalte unter 5 Dollar zählen nicht mit.